Die Anlage

Wir, der Hochneukircher Tennis-Club e.V., heißt Sie auf unserer kleinen aber feinen Tennisanlage Willkommen.

Wir bieten unseren Mitgliedern sowie Gastspielern fünf ruhig gelegene Aschenplätze wovon vier direkt vor dem Clubhaus liegen.
Nicht nur auf den Tennisplätzen sondern auch auf der neu angelegten Boule-Bahn werden in geselliger Runde die Bälle bzw Kugeln fliegen gelassen.
Die „kleineren“ Mitglieder können sich im Sandkasten sowie auf einem Spielgerät mit Rutsche austoben.
Auf den Terrassenflächen kann man bei einem kühlen Getränk die Sommerabende ausklingen lassen und den Spielbetrieb auf den Plätzen verfolgen.
Da der gastronomische Part bei uns in Eigenregie geführt wird, werden Sie durch freundliche Mitglieder des HTCs bedient.

Die Historie

Nach einem ersten gescheiterten Versuch, einen Tennisclub zu gründen, griffen im November 1977 Gerd Klöters und Hermann-Josef Krahwinkel die Idee wieder auf und gingen die Sache jetzt ganz systematisch an:

Mit einem öffentlichen Aufruf luden sie zur Versammlung einer Interessengemeinschaft für den 28. Dezember 1977 in die Gaststätte „Zur Mühle“ ein – und die Resonanz war überwältigend: 57 Personen waren gekommen und beschlossen, einen Tennisclub zu gründen. Klugerweise hatte man auch Gemeindedirektor Diekmann eingeladen, der zu vielen Fragen der Planung, der Einholung von Genehmigungen und den Möglichkeiten, Fördergelder bei Land, Kreis und Gemeinde zu beantragen, hilfreiche Antworten geben konnte. Überhaupt entwickelte sich die „Mühle“ in den folgenden Jahren immer mehr zum „Lagezentrum“ der Gründungsväter, in denen sie immer wieder Pläne schmieden und neue Kraft tanken konnten, wenn der Mut sie zu verlassen drohte.

Die Gründungsversammlung des HTCs fand schon am 17. Februar 1978 in der Peter-Bamm-Halle statt – mit 83 Teilnehmern, die den 8-köpfigen Vorstand wählten und die Satzung verabschiedeten. 1. Vorsitzender wurde Hermann- Josef Krahwinkel,  2. Vorsitzender H. Portz;  die Geschäftsführer waren M. Weckauf und H.W. Laumanns; Kassierer wurde H.G. Rüttgers, Sportwart G. Krahwinkel, Jugendwart Frau K. Jansen und Beisitzer H. Neuenhaus.

Ende April 1978 zählte der Verein schon über 140 Mitglieder!

In  der ersten Vorstandssitzung am 3. März 1978 wurden die notwendigen Schritte zum Bau von 4 Tennisplätzen und eventuell einem Clubhaus in die Wege geleitet: Lagepläne wurden gezeichnet, Grundstücksverhandlungen geführt, Bauvoranfragen gestellt, ein Antrag auf Gemeinnützigkeit formuliert, Zuschüsse beantragt usw. Als Architekt wurde Rolf Jansen bestimmt.

Da die Gemeinde Jüchen aber in Hochneukirch keine Grundstücke besaß, die sie dem Verein zur Verfügung stellen konnte, musste das gesamte Unternehmen auf Eis gelegt werden. Man kann sich ausmalen, wie groß die Enttäuschung war. Jetzt begann für die begeisterten Tennisfreunde eine lange Durststrecke, in der sie zum Spielen auf die Tennis-Halle Hundertmark in Erkelenz ausweichen mussten – und zwar für 6 lange Jahre!

Aber jetzt zeigte sich, aus welchem Holz die Gründungsväter geschnitzt waren: Jeden Donnerstag um 19.00 Uhr spielten von April 1978 an auf allen vier Plätzen der Tennishalle in Erkelenz Mitglieder des Hochneukircher Tennisclubs – und feierten anschließend eine zünftige Party.  Weit davon entfernt, sich von dem ersten Niederschlag durch das Versagen der Genehmigungen entmutigen zu lassen, zeigten die Hochneukircher jetzt wahren Optimismus und wuchsen allmählich erst zu einer richtigen Vereins-Familie zusammen. Und das Prinzip, auch in schwierigen Lagen erstmals kräftig zu feiern, sollte zum Markenzeichen des Vereins in Hochneukirch werden.

Am 15. Januar 1983 stellte die Gemeinde Jüchen endlich dem HTC das Grundstück an der Peter-Busch-Straße zur Verfügung – und sofort legte der Vorstand los: Ein Bauantrag wurde eingereicht, Zuschüsse wurden beantragt und die Firma Winkens aus Wassenberg-Myhl wurde mit dem Bau der Plätze beauftragt.

Mit deren zügiger Fertigstellung waren also bald die Voraussetzungen für einen regulären Spielbetrieb auf der eigenen Anlage gegeben. Was fehlte, war ein Heim, in dem man sich umziehen und duschen – und gelegentlich zünftig feiern konnte.

Da traf an einem Samstag im Herbst 1983 in der „Mühle“ die Nachricht ein, die Esso-AG in Köln gebe eine Büro-Baracke günstig ab und übernehme auch die Transportkosten. Einzige Bedingung sei, die Hütte müsse bis zum folgenden Dienstag abgebaut und weggeschafft werden! Es blieben also nur 2 Werktage! Und noch niemand hatte das Objekt bisher gesehen!

Aber der Vorstand setzte wieder voll auf Risiko und stimmte dem Deal zu. Jetzt liefen die Drähte in der Einsatzzentrale „Zur Mühle“ heiß: In Windeseile wurde ein Abbruchkommando von 10 Leuten zusammengestellt, das am Montagnachmittag in 3 Pkws nach Köln fuhr – und dort zunächst einmal riesig enttäuscht war von dem, was man für relativ viel Geld gekauft hatte: Die Hütte war eine Bruchbude!

Aber auch jetzt ließen die Männer den Mut nicht sinken und zerlegten bis in die Nacht die Baracke in ihre Einzelteile und bereiteten alles für den Abtransport am Dienstagnachmittag vor.

Dieser fand unter widrigsten Bedingungen statt, denn es regnete, stürmte und schneite, und der Tieflader erschien später als zugesagt. Nachdem in Köln trotz Kälte, Regen und Dunkelheit alles verladen worden war, mussten die Barackenteile anschließend noch in der Nacht auf dem Hof der „Mühle“ abgeladen werden. Und auch das geschah trotz größter Erschöpfung nicht ohne Plan: Die Teile wurden systematisch sortiert und überlegt gelagert – und sogar noch mit in der Nacht besorgten Planen abgedeckt. Eine bewundernswerte Energieleistung der Männer, deren Durchhaltewillen auf die größte Probe gestellt worden war! Aber auch ihre „Frustrationstoleranz“ muss grenzenlos gewesen sein, denn viele Gäste der „Mühle“ ließen in den folgenden Wochen Hohn und Spott über ihnen aus, während der Bretterhaufen im Hof überwinterte.

Noch Ende des Jahres 1983 wurde von den Firmen Winkens und Wienandts die Bodenplatte gegossen, auf der das Clubhaus bis zur der Eröffnung der Tennisanlage – am 5. Mai 1984 – errichtet werden sollte.

Auch der Aufbau des Clubhauses war wieder generalstabsmäßig geplant: Nach Vorarbeiten im März auf dem Hof der Mühle, bei denen noch einmal die Teile sortiert und ggf. ersetzt wurden, konnte Anfang April mit der Errichtung des Clubhauses auf der Baustelle begonnen werden. 20 freiwillige Helfer wurden in einzelne Gruppen (für Transport und Aufbau) eingeteilt, und während die einen Fuhre um Fuhre mit dem Traktor zum Tennisplatz brachten, bauten die anderen dort schon die Außenwände auf – ein eindrucksvolles Beispiel perfekter Teamarbeit!

Eine Woche später sollte das Dach gezimmert werden. Aber wieder hatten die Männer Pech mit dem Wetter: Unter der Woche verschoben Regen und Sturm die Wände und drohten sie ganz umzuwerfen. Sofort reagierte der Vorstand, indem  erste Sicherungsmaßnahmen ergriffen und beschlossen wurde, professionelle Fachleute – einen Zimmermann und einen Dachdecker – für den weiteren Aufbau zu engagieren. Mit ihrer Hilfe konnte dann das Haus neu ausgerichtet und komplett gedeckt werden.

Jetzt ging es an den Ausbau des Clubhauses, und hier bewies der Vorstand ein einmaliges Geschick, Dinge günstig zu „organisieren“: Eine Doppeltür für den Haupteingang z.B. konnte in einer Grundschule bei Jülich beschafft werden, deren Türen und Fenster erneuert wurden. Und so wurden auch Waschbecken, Spiegel, Toilettenschüsseln und vieles andere besorgt.

7 Tage vor der Einweihung war das Clubhaus als Provisorium fertig und musste nur noch für die Einweihungsfeier hergerichtet werden – und auch das schafften die vielen Helfer – immer mit kraftspendenden Pausen in der „Mühle“!

Am 5. Mai 1984 übergab die Firma Winkens fristgerecht die vier Plätze, mit Freiflächenbegrünung und Parkplatz dem amtierenden Vorstand. Endlich konnten die Hochneukircher auf der eigenen Anlage spielen. Bürgermeister Giesen und Gemeindedirektor Diekmann führten den ersten Ballwechsel durch. Nach Einweihung und Einsegnung durch die örtliche Geistlichkeit wurde dieser Triumph gebührend gefeiert.

Die Geduld, die Vorstand und Mitglieder über so viele Jahre hatten aufbringen müssen, hatte sich gelohnt – und sie hatten es allen gezeigt, die sie über Jahre kritisiert und verhöhnt hatten.

Den Ausbau des Provisoriums zu einem „richtigen“ Clubhaus übernahmen im Herbst 1984 Gerd Klöters und Friedhelm Korbmacher, die fachmännischen Rat bei Architekt Rolf Jansen fanden und Mitglied Paul Wienandts gewinnen konnten, zu einem günstigen Preis den gesamten Innenausbau im Winter durchzuführen. Die Firma Mühlenberg übernahm die Elektroinstallation, ein befreundeter Installateur die Wasserver- und entsorgung.

Und beim Innenausbau kam wieder das rheinische Organisationstalent des Vorstands zum Tragen:

Gerd Weyermanns konnte bei RWE aus demontierten Kühltürmen Glaswolle beschaffen; damit war für die Isolierung der Clubraumdecke das nötige Material günstig besorgt. Allerdings fand sich nur schwer jemand, der die unangenehme Glaswolle im niedrigen Deckenzwischenraum auslegen wollte. Peter Jussen und Friedhelm Korbmacher nahmen schließlich – in amateurhafter Schutzkleidung – die Strapaze auf sich – wobei Peter Jussen fast noch durch den provisorischen Boden abgestürzt wäre.

Paul Wienandts beschaffte aus einer Konkursmasse günstig fünf Fenster und eine Eingangstür, die er mit Hilfe von Hans Hallas einbaute.

Klaus Kölling organisierte Kacheln und verlegte sie zusammen mit Georg Oellers fachmännisch im Dusch- und Toilettenbereich.

Für eine Theke mit Kühlanlage und Beleuchtung sorgte Hermann-Josef Krahwinkel.

Gerd Klöters organisierte mit vielen Helfern die komplette Verkleidung des Innenraums mit Holz.

Zur Verschönerung der Außenwände wurde an der Süd- und Westseite eine Kalksandsteinmauer hochgezogen, die Nord- und Ostseite mit Schieferplatten verkleidet. Schließlich wurde an der Südseite noch eine Terrasse angelegt, für die in Eigenarbeit von vielen fleißigen Händen die Fläche ausgeschachtet und mit Kies verfüllt wurde, während dann eine Firma die Steine verlegte.

Die Inneneinrichtung konnte überwiegend durch Spenden beschafft werden: Tische und Stühle stammten aus Beständen der „Mühle“; die Kücheneinrichtung wurde gespendet, Klöters stifteten eine Couchgarnitur, Fa. Schmalenberg Tischdecken und Stoff für die Gardinen.

Nach nur einem Jahr war aus dem Provisorium ein schmuckes Clubhaus geworden – pünktlich zur Eröffnung der Tennis-Saison 1985.

Aber auch jetzt sollte es beim HTC keinen Stillstand geben. Nie ruhten sich Vorstand und Mitglieder über eine längere Zeit auf dem Erreichten aus. Sobald etwas fertiggestellt war, wuchsen neue Ansprüche, und neue Ideen zur Verbesserung, Verschönerung und Erweiterung wurden entwickelt. Und dies war interessanterweise immer nach 6 Jahren der Fall! Wirkte sich hier auf mysteriöse Weise die 6-jährige Auslagerung/Verbannung/Exil  in Erkelenz aus, dass es dem Vorstand immer genau nach 6 Jahren in den Fingern juckte und er nach neuen Projekten suchte?

Entscheidend aber war, dass der gesamte Verein dann auch bereit war, durch erhöhte Beiträge und Umlagen und durch erhebliche Eigenleistungen die Realisierung zu ermöglichen.

Durch Grundstückstausch mit der Gemeinde konnte 1988 der 5. Aschenplatz angelegt werden.

1990 wurde der Parkplatz befestigt und eine neue Heizungs- und Warmwasseranlage installiert.

Und man plante sogar den Bau einer Tennishalle. Leider versagte die Gemeinde dem HTC dafür die Genehmigung.

1991 wurde die Erweiterung des erst 6 Jahre alten Clubhauses geplant, die 1993 eingeweiht werden konnte.

6 Jahre später sollte das  Clubhaus wieder rundum renoviert und verschönert werden – Gastraum und Küche wurden modernisiert, neue Lichtanlagen  installiert und  die Tür zur Terrasse wurde eingebaut – natürlich wieder mit erheblichen Eigenleistungen, Beitragserhöhungen und der Anhebung des Bierpreises…Vor allem Platzwart Gerd Effertz und Vereinsmitglied Klaus Kölling taten sich bei den Arbeiten besonders hervor.

Im Jahr 2000 war auch dieses Projekt abgeschlossen und mit dem Kauf einer neuen Kücheneinrichtung 2002 ein weiterer Schritt getan, die Clubanlage und das Haus immer ansprechender zu machen und der Vereinsfamilie ein gemütliches „Heim“ zu bieten.

Allerdings war die Zahl der Vereinsmitglieder zu dieser Zeit schon erheblich zurückgegangen. Mittlerweile hat sie sich wieder auf ca. 150 eingependelt.

Schließlich wurde vor etwa 10 Jahren die Terrasse mit einem Glasdach versehen und  – wiederum nach 6 Jahren – eine stabile gläserne Windschutz-Wand angebracht, die das Verweilen auf der Terrasse wesentlich angenehmer machte und für die verschiedenen Mannschaften eine weitere Möglichkeit schuf, sich draußen in gemütlicher Runde zusammenzufinden.

2015 wurde das Haus außen gestrichen und 2016 der Innenraum komplett renoviert.

Eine von der Sparkasse gesponserte Boule-Bahn sollte auch Nicht-Tennisspieler aus dem Ort auf die Anlage ziehen. Aber bisher hat sie noch keine große Resonanz gefunden.

2017 wurde eine zu den Plätzen hin vorgelagerte 2. Terrasse unter dem Dach des Baumes angelegt und sofort begeistert  – v.a. von den Mitgliedern der Herrenmannschaften – angenommen. Der Außenbereich des Clubhauses hat jetzt einen ausgesprochenen „Piazza“-Charakter.

Im 40. Jahr seines Bestehens kann der Hochneukircher Tennisclub eine Tennisanlage sein eigen nennen, auf die alle Mitglieder stolz sein können – nicht zuletzt deshalb, weil sie mit sehr viel Einsatz, Freude und Durchhaltewillen von vielen fleißigen Händen geschaffen wurde. Sie ständig zu pflegen, zu verschönern und zu erweitern wird die Aufgabe nachwachsender Generationen sein.